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Der Versuch ist tot, lang lebe das Neue!

Was sich am 8.Mai 2010 vereinte, trennte sich nunmehr nach einem halben Jahr.

Der Versuch dieser Vereinigung, eine kommunistische und antifaschistische Bewegung zu bilden, schlug fehl. Politische und persönliche Differenzen innerhalb der Gruppe zerschlugen diesen Versuch zuletzt doch.
Alte, fehlerbehaftete, Verhaltensweisen trugen sich von einer Bewegung in die nächste und wurden nicht gezielt besprochen und ausgehebelt. Das einzige Erbe, welches “Nous voulons vivre!” ihren MitstreiterInnen überlassen kann, ist die Erinnerung.

Doch einige der AutorInnen und Genossen bauen erneut eine Struktur auf, die sich allerdings lokal betitelt und gibt.

Waren die Ansprüche und Ziele zu hoch gesteckt, lag’ der Fehler am Theorie/Praxis-Verhältnis oder war die politische Ausrichtung zu homogen?
Ist das Alter der ehem. Vereinigten zu unterschiedlich gewesen, wusste man nicht worauf man sich einlässt oder war man einfach nicht bereit, ehrgeiz zu geben?

Sei’s drum! Der Versuch ist tot, lang’ lebe das Neue!

Menschen der Welt, vereinigt euch, ersetzt Zwänge durch freiheitliches System!

Coolness, Aktivismus und Alkohol

Der folgende Text übt Kritik am Trinkverhalten und an den oftmals dazugehörigen Nebenverhalten. Er setzt auch einen Fokus auf die Verbindung von Alkohol und kommunistischen Aktivismus. Es wird angemerkt, dass beim Kiffen auch genügend Probleme auftreten und nicht alle Gruppenmitglieder die Ansicht des Textautors vollständig teilen.

Kurzkritik

Wer kennt es nicht, man sitzt am Montagmorgen z.B. in der Schule und man unterhält sich über das Wochenende.
Von vielen Leuten hört man dann immer Geschichten von vermeintlich “coolen Saufgelagen” und es wird sich profiliert, wo es nur geht. Doch warscheinlich reflektiert niemand dieser Leute den Konsum von Alkohol oder anderer Drogen, denn Kritik ist nicht nur am unüberlegten Konsum und den Folgen des selbem nötig.
Viele denken gar nicht daran dass das ein bedeutender Teil dieser Konsumgesellschaft ist. Überall wird dafür Werbung gemacht, es wird als cool dargestellt Alkohol zu trinken und Saufen gehört zur Jugendkultur. Für jede Zielgruppe ist das passende dabei, vom “2,5%igen Frauenbier” über den unauffälligen “Alkopop”, der bei den sehr jungen Konsumenten sehr gerne unterschätzt wird, bis zum fast reinem Alkohol mit bis zu 80% für diejenigen bei dem der Rest nicht mehr schnell und hart genug anschlägt. Abgesehen von den gesundheitlichen Folgen, auf die ich hier gar nicht erst eingehen möchte, hier einige Widerlegungen von gerngenannten Argumenten für das Trinken:

…Alkohol macht locker und man traut sich mehr, z.B. auf einen möglichen Partner zuzugehen.

Niemand braucht Alkohol um sich locker zu machen, denn diese Gesellschaft formt einen dazu verkrampft zu sein. Man hat Angst vor dem Versagen, egal ob durch Prüfungsdruck oder eben die Angst vor Ablehnung (speziell vor dem möglichen Partner). Die vermeintliche Lockerung aus dem alltäglichem Stress sind die Gründe für den Alkoholkonsum.
Doch diese Probleme sind nicht durch Alkohol zu lösen, sondern brauchen einen Komplett anderen Ansatz. Die Kritik ist also nicht nur an sich selbst zu suchen, sondern auch an dieser Gesellschaftsform, die einem zu dem gemacht hat, was man ist. Ein anderer Punkt ist, dass man sich oft so “locker” trinkt, dass man in Probleme gerät, man übernimmt sich so mit seinem angetrunkenem Mut, dass es zur Gewalt kommt oder zu Handlungen, die man eigentlich immer vermieden wissen wollte. Angetrunkene bzw. betrunkene stoßen öfters auf Ablehnung als nüchterne Menschen, die Hemmschwelle ist soweit hinuntergesetzt worden, dass man sich nun ohne Gewissen schikaniert. Selbst unter den Betrunkenen gibt es eine Hierarchie: Der, der am besten oder längsten steht, ist der coolere.


…Man trifft sich zum gemeinschaftlichen Trinken

Schön und gut, doch wenn man als nüchtener Mensch diese Runde betrachtet, läuft es meist wie folgt ab:
Die ersten Biere sind getrunken, eine lustige, heitere Stimmung macht sich breit.
Nach weiteren Bieren wird es sehr laut und die angetrunkenen Personen werden offener, die Hemmschwelle sinkt.
Bis hier hin ist also alles okay und spaßig, doch da die Hemmschwelle sinkt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man übermäßig konsumiert.
Nun werden entweder mehr Biere getrunken oder die “harten Sachen” auf den Tisch gestellt. Nun wird getrunken was das Zeug hält und es artet in einen exzessiven Konsum aus. Die ersten haben ihr Limit erreicht und stellen das Trinken ein. Für andere fängt der Spaß erst richtig an, wenn man nicht mehr stehen kann und das Gehirn aussetzt.
Die ersten “Alkoholleichen” übergeben sich oder werden “lustigerweise” als Kunstobjekt missbraucht, während sie betrunken rumpennen.
Der sogenannte “nette Abend” artet also in einem Trinkgelage aus. Statt interessanter Gespräche werden nur noch Satzfragmente oder Laute rausgebracht. Am nächsten Morgen weiß niemand mehr was genau war und will es wohl auch gar nicht so genau wissen.

…”Alkohol ist cool!”

Wer Alkohol für cool hält hat wohl durch denselben einen Realitätsverlust erlebt. Durch den übermäßigen Konsum von Alkohol und anderen Drogen flüchtet man in eine Welt, die unangetastet von den jetzigen Problemen ist – man erlebt die Welt betäubt, anstatt die Fehler und Probleme in dieser Welt bzw. dieser Gesellschaft zu erkennen. Außerdem ist die niedrigere Hemmschwelle ein erhöhtes Risiko für tödliche Unfälle, Vergewaltigungen, Gewaltausbrüche, Alkoholvergiftungen und Kotzen. Das ist bestimmt nicht cool!

Die Vernebelung des Verstandes ist nicht mit einer ernsthaften gesellschaftskritischen Arbeit vereinbar, denn die Unzurechnungsfähigkeit der Konsumenten ist bei Aktionen unangebracht. Anstatt auf Deutschland anzustoßen, könnte man auch mal Marx lesen und diskutieren, demonstrieren oder andersweitig aktiv werden. Außerdem ist man, wenn man sehr betrunken ist, leichtes Opfer von Angriffen jeglicher Art.

I’m a person just like you
But I’ve got better things to do
Than sit around and fuck my head
Hang out with the living dead
(Auszug von Minor Threat)

Natürlich ist es jedem selber überlassen, wie er sich diese Realität vom Geist fernhält, aber wäre er gebildet, so wüsste er die Realität zu verändern, anstatt sie zu verdrängen!

Stay clean and become active!

Novemberpogrome 1938

Die Gruppe “Nous voulons vivre!” gedenkt den Opfern der antisemitischen Vorfälle vor, in und nach der Nacht vom 9. auf den 10. Novemer 1938. Wir appellieren an alle Antifaschisten den antisemitischen und antizionistischen Hetzkampagnen, die es auch heutzutage gibt, den Kampf anzusagen und sich gemeinsam zu Mahnwachen und Aktionen zu verabreden. Die antisemitischen Pogrome dürfen nicht in Vergessenheit geraten, darum macht auf sie aufmerksam, verhindert ihre mögliche Wiederholung und zerstört ihre Wurzeln.

Dem deutschen Volke – Zur Sonne, zur Freiheit.

Wenn der Frust über die Verlängerung der Atomlaufzeit mit der Wut und den Aktionsformen der Stuttgart-21-Proteste liebäugelt, der (wut-)bürgerliche Demonstrant sich mit Hymne und -Flagge gegen die Regierung und für seine Nation einsetzt, dann wird der dörfliche Stammtisch zur Massenbewegung, die Rechtspopulismus als “avantgardistische Lektüre” versteht.

Anfang des Jahres 2010 sprach die schwarz-gelbe Bundesregierung von einem “neuen Energiekonzept” und von Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken. Das Projekt war nicht allzuleicht durchzuführen, denn die Jahre der SPD-Regierung zuvor führten eine klare Position zum Thema Kernenergie an, nämlich die des Austritts. Selbst Verhandlungen zwischen der Atomwirtschaft und der Bundesregierung, die sich um Verlängerungen der Laufzeiten handelte, waren mit einem Beigeschmack belegt, den die Atomwirtschaft nicht genießen konnte. So wäre eine Laufzeitverlängerung von 2021 auf 2030 mit einer Eintragung in das Grundgesetz quittiert worden, die einen Austritt aus der Kernenergie festgelegt hätte.

Das erste Spitzentreffen von verschiedenen Landesregierungschefs, der Bundeskanzerlin und Atomkraftwerkbetreibern, hatte beschlossen, dass man sich bis Juli entschieden haben soll, ob die Laufzeiten tatsächlich durchgesetzt werden. Eine kleine Protestaktion mit 200 Teilnehmern fand vor dem Kanzleramt statt. Die Verhandlungen über die Laufzeiten liefen wirtschaftlicher als von vorneherein angenommen. Auch wenn die Zahl des hochradioaktiven Mülles, der kein zuständiges Endlager hat, auf 21.600 Tonnen ansteigen soll, sobald die Laufzeitverlängerung von zwölf Jahren beschlossen ist, wurde weder der Bundesumweltminister Norbert Röttgen noch sonst irgendeine Person vom Bundesumweltministerium zu den Vertragsverhandlungen eingeladen.

Doch das fehlende (Umwelt-)”Souverän” störte sich nicht daran, so kommentierte das Umweltministerium zu den Anschuldigungen, dass es sich bei den Verhandlungen um finanzielle Abwicklungen gehandelt habe, was sich unter dem Bereich Finanzministeriums erstrecken würde.

Das was allerdings am meisten Aufsehen erregt, ist die Rechnung des ausgehandelten Vertrages: Die Atomkraftwerkbetreiber sollen jährlich einen Betrag von 3 Milliarden Euro in einen Öko-Fonds bezahlen, der zum Ausbau von nachhaltigen Energiequellen benutzt wird, nebenbei soll auch eine “Atomsteuer” gefordert werden. Der Witz dieser Rechnung besteht darin, dass die “Atomsteuer” nur bis 2016 gültig ist und die Einzahlungen in den Öko-Fonds von der Steuer absetzbar sind.
Politiker der Opposition präsentierten diese Vorkommnisse als Merkmale der wirtschaftsbezogenen Politik von Schwarz-Gelb. Und am 6.9 2010 war es dann soweit, die Treffen der (“zuständigen”) Politiker und der Energiekonzerne kam zum Entschluss, den die Augsburger Allgemeine, in einer guten Zusammenfassung präsentierte:

Das monatelange Gerangel um die Atomlaufzeiten hat ein Ende. Die deutschen Atommeiler sollen im Schnitt zwölf Jahre länger am Stromnetz bleiben. Ältere Meiler sollen acht Jahre zusätzlich laufen, jüngere 14 Jahre. Dies teilten Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in der Nacht zum Montag nach fast zwölfstündigen Beratungen im Berliner Kanzleramt mit.”

Die Protestierenden der Anti-Atom-Bewegung fanden genügend Grund, sich und andere gegen diese Zustände zu mobilisieren. So riefen sie zu einer Großdemonstration in Berlin auf, die am 18.09 2010 stattfand – offensichtlich mit Erfolg, denn es demonstrierten ca. 100.000 Menschen an diesem Tag.

Nicht nur in Berlin, sondern auch in dem einsturzgefährdeten Atommülllager Asse tut sich etwas, was zeitweilig weniger beachtet wurde. Nach Angaben eines Inventarberichts des niedersächsischen Umweltamtes befinden sich zehnmal soviele radioaktive Fässer, wie bisher öffentlich angenommen. Der am 31.08 2010 fertiggestellte “AG Asse Inventar – Abschlussbericht” des Helmholtz Zentrums in München bietet auch einiges an kuriosen Zwischenfällen, die sich in dem Atommülllager zugespielt haben.

Im Juli 1988 präsentierte der Verkehrswissenschaftler Gerhard Heimerl die Idee von einem Durchgangsbahnhof in Stuttgart. Nach ungefähr sechs Jahren wurde die Idee als Projekt angenommen und hohe Amtsträger haben es unter den Namen “Stuttgart-21” (kurz:”S-21“) vorgestellt. Das Projekt sieht vor den Stuttgarter Hauptbahnhof in einen Bahnhof umzuwandeln, der haupstächlich durch unterirdische Tunnelanlagen fungiert, ein “Durchgangsbahnhof“. Gleise, die überirdisch liegen, werden abgebaut und die Stadtfläche zur städtischen Entwicklung freigegeben.  Die Planungen sind nicht bloß eine Umwandlung, sondern auch eine Erweiterung. Denn neben dem neuen Bahnhof entsteht eine neue Strecke zwischen Wendlingen und Ulm, drei neue Bahnhöfe sowie eine neue Stadtbahnhaltestelle.

Ein solches Projekt lässt natürlich auch etwas kosten, so beliefen sich die ersten Projektkostenschätzungen, also die “Machbarkeitsstudie” von 1995,  auf ca. 4,807 Milliarden D-Mark. Drei Jahre später (1998) spitzte sich eine Kostenprognose bei 2,6 Milliarden Euro zu.  Doch die Kostenspirale drehte sich weiter, bereits 2004 redet man über Beträge, die näher, aber dennoch ungreifbar scheinen, es handelt sich um 2,025 Milliarden Euro. Nach fragwürdigeren Vermutungen über “riesige Kostenexplosionen”, die sich auf bis zu 8 Milliarden Euro beliefen, nannte die baden-württembergische Landesregierung 5,08 Milliarden Euro Kosten für das Projekt Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Der derzeitige Kostenhöhepunkt wird auf 5,3 Milliarden Euro eingeschätzt.

Mit der ansteigenden Zahl der Kosten stieg auch der Widerstand gegen das Bauvorhaben. Während zuerst nur vereinzelt Unterschriften gesammelt werden konnten, warf 2007 das erste nennenswerte Ereignis auf: Eine Unterschriftensammelaktion führte zu der Anhäufung von ca. 61.000 Unterschriften gegen das Projekt “S-21″. Die benötigte Unterschriftenanzahl, um das Bauvorhaben zu beenden bzw. ersteinmal stoppen zu können, wäre 20.000 gewesen. Einen Monat nach der Einreichung der Unterschriften stimmte der Stuttgarter Gemeinderat deren Rechtsgültigkeit ab – 45 zu 15 Stimmen gegen dieselbe.

Seitdem die Planung des Projekts endgültig abgeschlossen, die Bebauung offiziell freigegeben und gestartet wurde, entzündete sich der Protest immer mehr. Verschiedene Organisationen rufen wöchentlich zu Montagsdemonstrationen auf, sogar selbsternannte “Parkschützer” haben sich der Problematik angenommen. Viele der Protestierenden fordern den “Kopfbahnhof 21“, eine Alternative zum “Durchgangsbahnhof“, die von den Organisationen entwickelt wurde, die den Protest gegen “S-21” anleiten. Der Bahnhof verlegt den jetzigen Güter- und Abstellbahnhof, setzt somit Flächen für die Stadtentwicklung frei. Außerdem soll die Neustrecke zwischen Wendlingen und Ulm kostengünstiger gebaut werden und ein “Taktfahrplan” würde benutzt werden.

Die Proteste sind stets friedlich geblieben, sogar nach dem ruppigen Vorgehen der Polizei, die eine angemeldete Schülerdemonstration angriff, Menschen erbblinden ließ und sich am Ende noch durch den baden-württembergischen Innenminister rausreden lassen hat.
Weswegen der Protest um Stuttgart-21 nicht von den sonstigen “Schwerverbrechern” begleitet wurde, liegt daran, dass die Aktionsformen recht national geformt waren, so sangen viele das Deutschlandlied, zeigten die deutsche Flagge oder riefen: “Wir sind das Volk!”.

Es war der 30. August 2010 an dem Thilo Sarrazin sein Buch “Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen” im Haus der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm in Berlin präsentierte. Die Ansichten und Aussagen von Thilo Sarrazin zogen heikle Debatten mit sich, nicht zuletzt wurde er wegen Volksverhetzung angezeigt.
Das Buch wandte sich dem Thema Integration und die kulturelle Gegensätzlichkeit zwischen der muslimischen und der westlichen Kultur zu, nur mit einer Pseudo-Demagogie, die scharfen (Un-)Ton gegenüber MigrantInnen bot.

Die Schrift des Thilo Sarrazins war aber dazu in der Lage das typisch-dörfliche Stammtischdenken, in die Masse und somit in die Politik zu bringen.
Da wir uns zu dem Buch schon geäußert haben, verweisen wir  an dieser Stelle auf unseren früheren Bericht.

Der deutsche Bürger sieht sich zunehmend eingeengt: Er wird von der Politik an die Wirtschaft verkauft, muslimische Einwanderer verfremden seine Heimat und wenn er seine Meinung zum Ausdruck bringen möchte, wird er verhauen, entweder vom exekutiven Staatsapparat oder von Mitgliedern der zahlreichen arabisch-stämmigen Jugendbanden. Eine vermeintliche Sackgasse, in der Deutsche mit dem Rücken zur Wand ihren Feinden ausgesetzt sind. Die Ärgernis über die Stuttgarter Vorfälle und der “wirtschaftsbezogenen” Atompolitik von Schwarz/Geld schweißt die Menschen zusammen, jedenfalls diejenigen, die sich als Deutsche und Nicht-Muslime sehen.

Die Menschen bringen ihre Gemeinschaft auf zwei Nenner: Die Nation und das Volk. Diese neuen, alten Kräfte, die zeitweilig auch weniger gerne gesehen waren, könnten sich sogar gegen diese Gesellschaftsform stellen. Jedenfalls schwingen Stuttgart-21-Protestler deutsche Flaggen, singen die Hymne und sprechen davon, ein Volk zu sein. Das deutsche Volk also, welches sich gegen ihre Regierung aufbegehrt, keine progressiven Ziele verfolgt und wovon sich 13, 2 % einen Führer wünschen?! Eine höchst’ regressive Bewegung, die sich da schmiedet.

Die Schuld an der Misere haben wie immer “die da oben“, nicht etwa ein System, welches alle Menschen, die in ihm leben, unter einen Sachzwang stellt, welcher die moralischen Entscheidungen bestimmt. Doch den Stammtisch auf die Straße zu bringen, die heimlichen Gedankengänge des Dorf-Deutschen medial wirksam zu verarbeiten, das ist Ziel des Rechtspopulismus, der hier als Propaganda dient. Das Ziel, wenn es nicht ausländische und/oder jüdische Finanzkapitalkräfte sind, ist das herrschende Chaos in der Obrigkeit. Der theoretische Angriff auf Personen, der als Systemkritik verstanden werden möchte, wird in der Barbarei münden!

Zudem eröffnet die Unverständnis, auf die der deutsche Bürger, Deutschland-Flaggen-Protestler und Dauerwähler in der Politik stößt, eine neue Frage:

Wer bringt die Ordnung in die Politk?
oder:
Wer ist der Retter des deutschen Nation?

Diese Frage ist nicht nur schlichtweg fehlerhaft, weil sie nicht einmal die Sachzwänge kritisiert, sondern auch noch sehr gefährlich, weil sie reaktionär ist und nur Antworten zulässt, die eine mächtigere Autorität fordern.

Natürlich sind wir mit den herrschenden Zuständen unzufrieden, aber wir würden diese Gesellschaftsform und ihre Politik nicht gegen ein altes Gesellschaftsmodell eintauschen, das zudem noch autoritärer wäre als das hiesige. Die Frage, was man gegen die Zustände der Wirtschaft mit ihren moralischen Verwerfungen und der negativen(!) kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen tun kann, ist mehrfach zu beantworten.
Die Antwort, die uns interessiert, ist einzig diejenige, die eine Kritik anwendet, in der alle Menschen als Menschen begriffen werden und nicht etwa als Volk, Rasse oder Nation. Dann müssen wir verstehen, woher die Sachzwänge stammen, die die Menschen zu Entscheidungen und Einstellungen veranlassen, die wenig reflektiert und oft auch dominant sind.

Diese Sachzwänge gilt es durch die Organisation von Menschen abzulösen und damit durch eine Gesellschaft zu ersetzen, die keine Zwang- oder Herrschaftsmodelle benötigt. Wie diese Gesellschaft funktionieren könnte und wieso ihr erster Versuch schon von Anfang an nicht geklappt hat, ist ein anderes Thema, dem wir uns später widmen.
Heutzutage ist vorallem wichtig, sich nicht jedem x-beliebigen Aufstand anzuschließen, sondern die ganze Angelegenheit zu hinterfragen und zu schauen, ob es nicht einen besseren Weg oder gar ein besseres Ziel gibt, als das, was gerade groß demonstriert wird. Zumindestens sollte man seine Kritik, wenn man denn Wert auf emanzipatorische und fortschrittliche Einstellungen legt, so formulieren, dass der deutsche (stammtisch-)Wut-Bürger es schwer hat,  seine nationale Identität daran zu entfalten.

Grundlagen der Kapitalismuskritik – Textempfehlung

Wir empfehlen den Text “Grundlagen der Kapitalismuskritik” der Jungen Linken:

Grundlage jeder Gesellschaftskritik ist die Beantwortung der Frage, welches die Prinzipien der betrachteten Gesellschaft sind. Die Grundlage einer Kapitalismuskritik ist dementsprechend die Untersuchung der Funktionsweise des Kapitalismus.
Diese Untersuchung entscheidet darüber, worauf Erscheinungen wie Armut, Erwerbslosigkeit, Umweltverschmutzung und “Bildungsabbau”, Erscheinungen, an denen fast jeder etwas auszusetzen hat, zurückzuführen sind: auf Charaktermängel und Fehlentscheidungen von Politikern oder auf die Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft, die sich selbst dann durchsetzen, wenn ehrenwerte Staatenlenker nur “das Beste” wollen und tun.
Dieser Text heißt nicht zufällig Grundlagen der Kapitalismuskritik: Daß an dieser Gesellschaft nicht einfach irgendwas zu kritisieren ist, sondern nicht weniger als ihr ökonomisches Prinzip… (mehr lesen)

Comeback der Natur?

Im Zuge der Diskussionsphase hat sich die Gruppe “Nous voulons vivre!” dem Thema “Antispeziesismus & Tierrecht” gewidmet.
Dabei wurden einige Punkte und theoretische Ansätze genauer beleuchtet und bewertet.

Im folgenden Artikel geht es weniger darum neue Perspektiven  herauszuarbeiten, es geht eher darum, Positionen zu kritisieren, die innerhalb der Tierrechts- und Antispeziesismusdebatten immer wieder angeführt werden. Argumente wie diese haben vielseitigen Charakter, da spielen nicht nur wirtschaftliche und philosphische, sondern oftmals auch psychische Faktoren mit ein. Die Gruppe hat beschlossen, vorerst nur eine kleine Abhandlung dessen zu schreiben, was besprochen worden ist, da eine genauere Reflexion des Themas in einem anderen Diskussionsumfang geschehen muss, damit genügend Argumente und Perspektiven zu Wort kommen, die eine Diskussion vorantreiben (sollten).

Zuerst einmal haben wir uns die Frage gestellt, was eine Auflösung der Spezies bedeutet und ob sie sinnvoll & progressiv wäre.
Den Begriff der Spezies zu dekonstruieren ist relativ gefährlich: Man muss differenzieren, ob man die Ausbeutungsverhältnisse der menschlichen gegenüber der tierischen Spezies auflösen will oder ob man die Klassen der Spezies gänzlich abbauen möchte. Das Erstere würde, jedenfalls in den Gedanken einiger Antispeziesisten, zu einem Nebeneinander-leben der verschiedenen Gattungen des Lebens führen, das Zweite wäre ein Zusammenleben, in dem es keine Unterschiede zwischen den Wesen geben würde.
Es ist auch wichtig eine Differenz zwischen dem Antispeziesismus und dem Tierrecht zu machen! Das Tierrecht spricht, auch im weitesten Sinne, von der Auflösung der Verwertungsprozesse auf Kosten des Tieres, aber niemals von einem Auflösen der Spezies.

Bei der antispeziesistischen Frage nach dem Auflösen der Spezien wird der Marxsche Imperativ, der da lautet: (…) alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.” (MEW Bd. 1, S. 385), um die den Zusatz des Tieres erweitert (Vgl.: Jan Ger­ber und Micha­el Bauer: Who kil­led Bambi? Über das re­gres­si­ve Be­dürf­nis der Tier­freun­de). Erst aus dieser Umformung des kategorischen Imperativs bei Marx kann eine effektive Dekonstruktion der Spezies im Allgemeinen herbeigeführt werden. Entgegen einiger Behauptungen, dass die Auflösung der Spezies keine Gleichsetzung der Wesen sei, stellen wir die These auf, dass gerade durch die Auflösung der Spezies eine Gleichsetzung geschieht. Der Mensch und das Tier werden auf eine Ebene gesetzt. Die Frage, die sich nun aufrdängt, ist, ob ein Antispeziesismus überhaupt sinnvoll ist. Inwiefern unterscheidet sich ein Tier von einem Menschen, sodass der Prozess sinnhaft wird?

Ein Mensch unterscheidet sich in mehreren Bereichen vom Tier: Er hat die Fähigkeit seine Triebe zu unterdrücken, er besitzt Kreativität, Vernunft und Emotionalität, außerdem ist er dazu in der Lage Ziele zu setzen, die bis in eine Utopie laufen. Tiere hingegen sind weitgehens Triebgesteuert und haben all’ diese Merkmale nicht (abgesehen von Menschenaffen und einigen anderen speziellen Säugetieren). Im Umkehrschluss finden wir allerdings auch primitive Aspekte beim Menschen, die unmittelbar aus der Tierwelt stammend erscheinen, dazu gehört z.B.:  das Rudel- und Dominanzverhalten.
Die Trennlinie aufzulösen ist also garnicht mal so leicht, doch dazu mehr weiter unten.

Die Ernährung ist eines der grundlegendsten Elemente des menschlichen Systems, ihre Reform benötigt daher auch einiges an körperlicher und geistiger Energie. Vegetarismus/Veganismus sollen eine dauerhafte praktische Umsetzung einer emanzipatorischen Theorie sein. Das zumindest der Vegetarismus sehr viel gesünder ist, als Fleischkonsum, ist bewiesen, aber die meisten Ernährungswandler gehen nicht unbedingt mit dem Wunsch nach einer gesunden Ernährung in diese Ernährungsformen. Oftmals handeln sie nach moralischen Werten, die sie für sich selbst konstruiert haben oder zu denen sie Bezug nehmen. Die Tierrechtler bewerten ihre Moral allerdings sehr hoch, bedrängen manchmal sogar Menschen, die anders leben bzw. die zu diesen Moralwerten keinen Bezug herstellen möchten.
Antispeziesisten gehen da sogar noch weiter, indem sie Fleischkonsumenten als Mörder bezeichnen.
Durch solche Handlungen heben sich manche Tierrechtler und Antispeziesisten zu Gutmenschen herauf, die sich dazu imstande fühlen, andere Menschen, aufgrund ihrer Lebensgewohnheiten diffamieren zu können. Dieser Gedanke kann sich sogar heikel zuspitzen, bis Fleischkonsumenten als Untermenschen bezeichnet werden. Aber auch hier gibt es einen Umkehrschluss: Ein Fleischkonsument, der sich im gesellschaftlichen Mainstream verbirgt, ist geneigt, sich jedweder Fleischalternative zu entsagen. Dieses engstirnige Denken von vielen Menschen ist Ausdruck ihrer eigenen Unsicherheit.

Im März 2004 startete die Tierschutzorganisation PETA eine krude Kampagne, die gegen die Massentierhaltung bzw. – schlachtung propagierte. Unter dem Titel “Holocaust On Your Plate” (zu deutsch: “Der Holocaust auf deinem Teller“) traf PETA den Nagel direkt auf den Kopf. In dieser Kampagne war ein Antispeziesismus in reinster Form zu sehen: Legebatterien wurden mit Konzentrationslagern verglichen, Ferkel und Kälber mit inhaftierten Kleinkindern, die im KZ Zwangsarbeit leisten mussten. Diese Kampagne hat die Barbarei relativiert, indem sie behauptet hat, dass sie seit der industriellen Revolution permanent durchgeführt wird. DIe Kampagne zog viele Debatten & Diskussionen hinter sich. Es fanden sogar Gerichtsverhandlungen statt, die die Kampagne erst zuließen, später jedoch deutlich verboten haben.  Und auch 2010 hat PETA nicht viel aus den Fehlern des Antispeziesismus gelernt, statt den Holocaust für die eigene Ideologie ranzukriegen, bezeichnen sie Messer und Gabel als “Massenvernichtungswaffen“. Nicht selten richtet sich wahnhaftes Tier- und Naturrecht auch gegen die Menschheit allgemein. So spricht man davon, dass die “Natur zurückschlägt” oder “eines Tages die Tiere die Menschen unterdrücken“.

Eine solche Gleichsetzung zwischen Mensch und Tier, würde einem Menschen jegliche Würde nehmen und auch jede Fähigkeit zur Selbstverwirklichung:
Dort wo Zivilisation entsteht, wird Natur bekämpft. Wir sehen das in großen und kleinen Stil, ob eine neue Stadt entsteht, ein Damm gebaut wird oder ob eine Straße gezogen, ein Auto benutzt oder eine Wohnung angemietet wird, es basiert darauf, dass die Natur, die vorher vor Ort war, bekämpft wurde. Konsequenter Antispeziesismus würde jedoch die Rückführung der Natur fordern, welche logischerweise den Zivilisationsprozess mindestens stoppt, wenn nicht sogar entgegenwirkt. Hier wird also auch ein regressives Element des Antispeziesismus deutlich.
Tierrechtler haben es überhaupt sehr schwer, denn sie verkennen, dass diese Gesellschaftsform produziert um Profit zu machen, ganz egal wer oder was hierfür die Kosten trägt. Tiere werden als Ware verwertet und haben eine hohe Nachfrage, allerdings ist ihre Haltung z.B. auch sehr umweltbelastend.

Die Trennlinie ist nicht einfach auflösbar und der Versuch der Aufösung kann auch ganz schön nach hinten losgehen. Es sollte jedem selbst überlassen sein muss, ob er Fleisch konsumiert oder nicht. Es sind aber noch viele Fragen offen, zum Beispiel, was mit Tierversuchen ist oder wie sinnvoll Tierbefreiung sein kann und welche Rolle Menschenaffen bzw. Säuger mit “besonderen” (bzw. menschenähnlichen) Fähigkeiten spielen. Das bedarf allerdings einer Diskussion mit größeren Umfang, die wir eventuell noch nachholen werden.

Diskussionsphase

Damit die Gruppe auch weiterhin imstande ist, gut zusammen zu arbeiten, wird eine Diskussionsphase eingeläutet.

Die Gruppe “Nous voulons vivre!” hat während der letzten Plena einige Mängel feststellen können, die einiges an Aufarbeitung benötigen. Es handelt sich hierbei vorallem um Differenzen der politischen Bildung sowie Ansichten zu praktischen Arbeitsformen. Differenzen sind allgegenwärtig und können sogar sehr positiv zu bewerten sein, jedoch fallen diese Problemfragen in eine Rolle, die aktiv die Gruppe schädigt, indem die Differenz sie in jeglicher Hinsicht behindert.

Um nicht an dieser Differenz zu zerbrechen, sondern an ihr zu wachsen, wurde die Idee diskutiert, einige Diskussionen anzustrengen, die den politischen Bildungsstand heben, sowie diese Krise anhand einer Analyse, die in Form einer Ausarbeitung vorgetragen wird, zu bekämpfen und vorzubeugen.
Würde der Plan sein Ziel verfehlen, sähe es um den Fortbestand der Gruppe wenig rosig aus und die zukünftige politische Organisation der gruppennahen  Menschen wäre ungewiss.

Während der Diskussions- und Antikrisensphase werden keine wöchentlichen Veröffentlichungen stattfinden.

Die erste Diskussion dreht sich um “Antispeziesismus und Tierrecht” und wird im nächsten Plenum besprochen werden. Wer mitdiskutieren mag, der kann sich bei uns melden: wirwollenleben@web.de und wir machen einen Treffpunkt aus, von dem wir dann gemeinsam zum Plenum gehen.
Nachdem das Thema ausdiskutiert wurde, könnte ein Beitrag veröffentlicht werden, der dem Thema gewidmet ist.
Das zweite Thema wird dann “Antifa in der Krise” sein. Zuerst gibt es den gleichnamigen Vortrag, danach wird reflektiert und diskutiert.

Fußball und Rassismus

Die Anhänger des beliebten Sports und teilweise deren Mitspieler, kommen immer wieder in den Zusammenhang mit Rassismus- und Antisemitismusvorwürfen. Für manche Menschen scheint eine solche Verknüpfung permanent zu existieren. Schauen wir uns das einmal an:

Was heißt eigentlich Rassismus und was versteht man unter der Bedeutung? Eine simple Frage doch die Antwort ist nicht einfach, denn es gibt keine allgemeingültige Definition von Rassismus. In der engeren Bedeutung versteht man unter Rassismus eine Ideologie, die Menschen anhand verschiedener Kriterien (wie Hautfarbe, Sprache und Herkunft) in Gruppen einteilt, in sogenannten Rassen, und diese Gruppen bewerten. Rassismus ist also Menschen aufgrund von o.g. Bezügen zu einer Gruppe zu pauschalisieren und diese Gruppe dann zu beurteilen, ob negative oder positive Beurteilung spielt dabei keine Rolle.

Fußball und Gewalt sind in vielen Stadien Standard geworden. Und immer öfter sind die Täter rechtsextrem motiviert, wie Ende November 2006 in Paris: Ein wütender Mob machte Jagd auf einen jüdischen Fan und einen Zivilpolizisten nordafrikanischer Herkunft. Unter Rufen wie “dreckiger Neger” und “Drecksjude” griff der Mob die beiden an. Der Polizist zog seine Pistole und schoss, ein Angreifer starb, ein zweiter wurde verletzt.* Aber natürlich auch in Deutschland sehen und hören wir rassistische Parolen und Anfeindungen durch die Stadien. Eine Fangemeinde die dort immer wieder sehr auffällig geworden war, ist die Fangemeinde der Drittligisten Hansa Rostock und des Chemnitzer Fußballclubs, deren Fangemeinden zu großen Teilen rechtsmotiviert sind. Ihre rechte Einstellung verbergen die Fans auch ganz und gar nicht, sie nennen sogar Flaggen ihr eigen, welche stark an die Hakenkreuzfahnen des dritten Reichs erinnern. Die “Ultra-” Fans des Hansa Rostock prügelten sich gerne mal in der sogenannten “3.Halbzeit” mit den Ultras Sankt Pauli (kurz: USP). Die beiden Vereine führen eine Art Erzrivalität miteinander, die sich u.A. wohl auch sehr auf die politichen Differenzen der Fangemeinden stützt. Der Verein Hansa Rostock hat sich gegen Rassismus ausgesprochen, was großen Fangemeindeteilen, vorallem den Ultras, wenig imponiert. Mehr und mehr macht der Rassismus beim Fußball den Clubs zu schaffen und das Spiel für viele Spieler immer unerträglicher. Rassismus, Faschismus und Antisemitismus, eine explosive Mischung, die in der jüngeren Vergangenheit sehr viele Menschenleben forderte.

Doch wer sind diese Fans, die sich dermaßen mit dem Sport überidentifizieren?

(Nazi-)Hooligans

Nicht erst seit heute gibt es einen Zusammenhang zwischen Neonazis und Fußball.Schon in der DDR wurden Auswärtsspiele dazu genutzt, mit rechten Parolen und Fahnen die Staatsmacht herauszufordern und zu provozieren. Als 1991 Roter Stern Belgrad in Dresden zu Gast war, konnte man einen großen Teil der im Stadion anwesenden Hooligans der rechten Hooligan Szene zuordnen.Daraufhin gab es im Stadion schwere Prügeleien. Während in der Medienwelt anfangs besonders auf die “zunehmende Gewalt in und um Fußballstadien” eingegangen wurde, spielten rassistische Entgleisungen bis auf wenige Ausnahmen keine große Rolle. Rassistische Ausfälle von sogenannten “Fußballfans” wurden aber nicht mehr unkommentiert stehen gelassen, sondern mit harten Strafen belegt. Als während einer TV-Übertragung Anhänger des FC Energie Cottbus im Dezember 2005 in Dresden mit einem „Juden-Dynamo“-Transparent auf sich aufmerksam gemacht hatten, wurde der Verein mit einer Geldstrafe belegt und die Nazitäter, die aus dem Kreis der rechten Cottbuser Fanszene kamen, mit lebenslangem Stadionverbot bestraft. Aber auch andere Beispiele lassen sich leicht finden, so begrüßten einige Dresdner “Fans”, Anhänger des Kölner Fußballclubs, mit dem Transparent “Hallo Kanaken” St.Pauli , deren Angreifer auf dem Spielfeld, Morike Sako, wurde in Rostock von rechten Hansa Hooligans rassistisch beschimpft. Bereits während des Spiels war bei Ballkontakten des farbigen Franzosen rassistische Ausrufe in Massen zu hören. Nach Abpfiff wurde er erneut rassistisch beschimpft. Rechte Nazihooligans sind dafür bekannt, dass sie eigentlich nicht wegen ihrer Mannschaft und dem Spiel, sondern wegen den gegnerischen Fans, um sich anschließend mit ihnen zu prügeln, und der Verbreitung von Nazipropaganda zum Spiel kommen. Sie sind motiviert den ausgemachten Feind zu schlagen, wenigstens bis an das Maximum zu bedrängen. Diese Taten sind häufig sehr rassistisch oder antisemitisch geprägt.

Doch wie kommt diese Spannung in einen Sport, der an sich unpolitisch ist?!


Die vermeintlichen Sportinteressenten

Der Sport ist sehr massentauglich: Er ist einfach zu verstehen, leicht zu verfolgen und schließt, mit seinem Lokalpatriotismus, an dem Konstrukt der Nation an. Die Fußballclubs sind namenhaft für ihre Stadt, repräsentieren sie bzw. ihr lokales Umfeld. Nun spricht Mensch von seinem Verein aus seiner Stadt, da er seinen Verein hoch lobt, lobt er auch das hoch, was der Verein repräsentiert, nämlich seine lokale Gegebenheit bzw. Stadt. Das ist allerdings keine These, die in allen Fällen zutreffend ist. Es geht nämlich auch genau andersrum, dass jemand Fan vom Verein wird, weil er seine lokale Umgebung so überhebt. Die Tendenz der Fangemeinden zum Rassismus, Nationalismus und anderen Ausgrenzungsmechanismen ist aber die bindende Gemeinschaft der Gruppe selbst.
Es bewegt sich in einem ähnlichen Gefüge wie der Faschismus. (vgl.: „Der Faschismus“)
Durch eine Überidentifikation mit der Herkunft des Vereins, der Fangruppe und der kämpferischen Haltung gegenüber der anderen Mannschaft, entsteht die Gefahr.
Oftmals ist die sogenannte Liebe zum Fußball eher ein leichter Schleier der den falschen Stolz , auf die Herkunft und die Gruppenzugehörigkeit, abdecken soll.
Fußballfans repräsentieren eine Art Abbild der Gemeinschaft, wie sie sich lokal vorfinden lässt.
Da diese Gesellschaftsform, der Kapitalismus, von Nation und Staat begleitet wird, können wir uns auch denken, woher der gemeinschaftliche Hang zum Lokalpatriotismus kommt – nämlich von der Gesellschaft, die ohnehin zum Nationalismus drängt.
Besonders deutlich sehen wir das bei jeder WM. Die Anzahl der ausländerfeindlichen und rassistischen Straftaten nehmen erheblich zu, während der WM Zeit. Dass sich Hooligans übrigens gegen die Staatsmacht aufbegehren, ist bekannt, aber nicht verwunderlich. Gruppen, deren Fundament sich auf Lokalpatriotismus und Nationalismus beruft, kann dem Staat gegenüber stehen. Das aber ist ein anderes Thema.

Fußball kann aber auch anders bejubelt werden, um das einmal zu erleben, empfiehlt die Gruppe „Nous voulons vivre!“ das antirassistische Fußballturnier am 23.10 2010, in der Sporthalle Boizenburg.

*Die Gruppe möchte anmerken, dass diese Tat durchaus legitim und völlig verständlich ist.

Der neunte Jahrestag der Anschläge auf das WTC

Wir gedenken den Opfern der Terroranschläge am 11. September 2001.

Außerdem appellieren wir an diejenigen , die die Untaten des 11. Septembers 2001, durch Verschwörungstheorien und Antiamerikanismus, abfeieren bzw. relativieren (wollen), ihren Standpunkt umzuwerfen.

Nahost Gipfel unter der Leitung Obama´s in Washington.

Was kann man sich davon versprechen?
Endlich Frieden im Nahen Osten?

In Washington haben die ersten direkten Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern seit fast zwei Jahren begonnen.
Palästinenserpräsident Abbas und Israels Ministerpräsident Netanjahu sind als “Friedenspartner” vor Ort.
Doch in den wesentlichen Streitfragen blieben beide, auch bis zum Ende des Treffens, hart.

Vor dem Gipfel hat Israel 6 Positionen veröffentlicht:

1. Israel beabsichtigt aufrichtig und ernsthaft, ein Friedensabkommen mit den Palästinensern zu erzielen.

2. Zum Erzielen eines Friedensabkommens braucht Israel einen couragierten Partner auf der palästinensischen Seite, getreu dem Vermächtnis des ägyptischen Präsidenten Sadat und des jordanischen Königs Hussein.

3. Ein Friedensabkommen muss auf drei Prinzipien basieren: Sicherheit – Anerkennung Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes – völlige Beendigung des Konflikts.

4. Israel erwartet von den Palästinensern, dass sie ihre antiisraelische Hetz- und Delegitimierungskampagne beenden und damit beginnen, ihr Volk zum Frieden zu erziehen.

5. Dies ist eine einzigartige Gelegenheit für die arabische Welt, Bemühungen um ein wirkliches Friedensabkommen zu unterstützen, das allen Völkern der Region eine neue Zukunft verspricht.

6. Das Siedlungsbaumoratorium im Westjordanland war eine einmalige Geste mit dem Ziel, den Prozess in Gang zu bringen.

Ich bin hoffnungsvoll, vorsichtig hoffnungsvoll, aber hoffnungsvoll” dieses Zitat von Obama passt wohl sehr gut zu der Situation, denn bis jetzt hat noch kein “Nahost-Gipfel” wirkliche Erfolge gebracht.

Nach zwei Jahren Unterbrechung hatten Israelis und Palästinenser am Donnerstag wieder direkte Gespräche aufgenommen. Ziel ist es, innerhalb eines Jahres eine Zwei-Staaten-Lösung zu schaffen, damit Israelis und Palästinenser friedlich zusammenleben können.
Und nach der ersten Runde der Friedensgespräche, die nur ca. 90 Minuten gedauert haben soll, machte sich eine sehr konstruktive und positive Stimmung breit. Allerdings bestehen noch sehr ernste Differenzen zwischen Israelis und Palästinensern.

Wieso herrscht immernoch kein Frieden im Nahen Osten?

Es gibt auf beiden Seiten den Wunsch nach Frieden, doch wie soll der aussehen?

Am besten klingt natürlich die Zwei-Staaten-Lösung. Diese kann momentan allerdings nicht funktionieren, weil die radikal islamistische Hamas zu viel  Macht in Palästina hat und diese keinerlei mit dieser Lösung zufrieden sind. Laut der “Charta“, sozusagen das Parteibuch der Hamas, wäre der Verzicht auf einen Teil Palästinas, welcher momentan Israel ist, wie ein Verzicht auf den Islam.
Bedeutet also: Frieden funktioniert im Nahen Osten nur ohne Hamas und anderern antisemitischen, radikal islamistischen Gruppen. Wie diese zu bekämpfen sind, muss also auch ein wichtiger Teil der Friedensgespräche sein.
Da eine genaue Ausarbeitung zu diesem Thema erst besprochen werden muss, ist dies nur eine knappe Darstelllung.

Im 2 Wochen Takt werden sich die “Friedenspartner” nun beraten und versuchen auf ein Ergebnis zu kommen, dass für alle beteiligten wirklich friedlich ausgeht.